Der Tod ist ein Fallensteller. Hinterrücks erschüttert er unsere Selbstverständlichkeit zu leben und stellt die Sinnhaftigkeit unserer Existenz in Frage.
"Das Ende läßt nicht nur rückwirkend die Seltsamkeit des Anfangs und die Zufälligkeit der Geburt hervortreten, es läßt uns auch ahnen, indem es unser Vertrauen in die endlose Fortdauer der Zwischenzeit erschüttert, daß das Selbstverständliche gar nicht so selbstverständlich ist. Durch seine unerklärliche Brutalität rückt der Tod die Grundlosigkeit der Geburt und damit indirekt die Willkürlichkeit des Dazwischen ins Licht. Der Tod weckt bei den Hinterbliebenen plötzlich die längst vergessene Fähigkeit des Staunens, die vom Wiegenlied der täglichen Fortdauer in den Schlaf gesungen worden war; indem er einen radikalen Zweifel auf den Daseinsgrund wirft, zwingt er uns, unsere kontinuationistische Betäubung abzuschütteln. Der Tod ersetzt jenen die Metaphysik, die keine Metaphysiker sind."