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Tod
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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Mit dem Tod verlieren wir nur das Gegenwärtige. Das, was gewesen ist, haben wir bereits verloren. Und die Zukunft geht uns nicht verloren, weil wir sie noch nicht besessen haben.

"Wenn du auch dreitausend Jahre lebtest oder dreißigtausend, so vergiß doch nie, daß keiner ein anderes Leben verliert, als das, welches er wirklich lebt, und kein anderes lebt, als das, welches er verliert. Das längste Leben läuft also mit dem kürzesten auf eines hinaus. Der gegenwärtige Augenblick ist für alle gleich und der entschwindende sollte es nicht sein? Auch der verlorene erscheint in Wirklichkeit nur wie ein Augenblick, denn weder kann man die Vergangenheit, noch die Zukunft verlieren, denn was man nicht hat, kann man auch nicht verlieren. Folgende beiden Wahrheiten muß man sich also merken: Die eine, daß alles von Ewigkeit her gleich ist und sich im Kreislauf befindet und daß es einerlei ist, ob man dieselben Dinge hundert oder zweihundert Jahre lang oder eine ewige Zeit hindurch beobachtet, die andere, daß der im höchsten Alter Sterbende und der sehr jung Dahingeraffte das gleiche verlieren. Denn nur den gegenwärtigen Augenblick verlieren sie, da sie nur diesen allein besitzen; was man aber nicht besitzt, kann man auch nicht verlieren."
Marc Aurel, Selbstbetrachtungen, 38