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Tod
Helmut Brandt: ohne Titel

 
Mit zunehmendem Alter gewinnt der Tod an Präsenz. Damit mehren sich auch die ängstlichen Bemühungen, ihn mit den einhergehenden Schreckensvisionen abzuwehren.

"Man glaubt, man könnte sich mit der Vorstellung vom Tod nie ohne Angst abfinden. Wenn wir noch jung sind, ist er für uns so weit weg, in eine so ferne Zeit gerückt, daß allein schon diese Distanz ihn unannehmbar macht. Später dann, wenn die Jahre verstreichen, ist es genau das Gegenteil - seine größere Nähe -, was uns mit Furcht erfüllt und ständig daran hindert, ihm ins Angesicht zu schauen. Aber in jedem Fall ist die Angst immer dieselbe: Angst vor der Erniedrigung, Angst vor der Vernichtung, Angst vor der unendlichen Kälte, die das Vergessen mit sich bringt."
"Ich erinnere mich, daß ich schon als Kind die unermeßliche Leere ahnte, die sich in den Augen der Toten hinter den Lidern verbirgt."
Julio Llamazares, Der gelbe Regen, 79

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