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Aufbruch
Helmut Brandt: ohne Titel


 
Das Meer ist ein fremder weiter Raum, dauernd in Bewegung, mit einem weiten Horizont, Ziel von Träumen und Ängsten.

"Das Meer betört, das Meer tötet, es ist anrührend und beängstigend, manchmal ist es zum Lachen, manchmal verschwindet es, und andere Male trägt es die Maske eines Sees, oder es baut Stürme, verschlingt Schiffe, verschenkt Reichtümer, gibt keine Antworten, es ist weise, es ist sanft, es ist mächtig und unberechenbar. Vor allem aber: Das Meer ruft. (...) Im Grunde genommen macht es nichts anderes als dies: rufen. Es hört nie auf, dringt in dich ein, es haftet an dir, es will dich. Du kannst so tun, als ginge es dich nichts an, aber das nützt nichts. Es wird dich immer weiter rufen. Dieses Meer, das du siehst, und all die anderen, die du nie sehen wirst und die es dennoch gibt, die immerfort, einen Schritt jenseits von deinem Leben, geduldig auf der Lauer liegen. Unermüdlich wirst du sie rufen hören. Das ist es, was geschieht in diesem Fegefeuer aus Sand. Es würde in jedem beliebigen Paradies so geschehen und in jeder beliebigen Hölle. Ohne etwas zu erklären, ohne dir zu sagen, wo, wird es immer ein Meer geben, das dich ruft."
Alessandro Baricco, Oceano Mare, 101

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