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Helmut Brandt: ohne Titel

 
Sprechen ist Unterwerfung, entweder des Anderen oder unter den Anderen. Sprechen ist Überzeugen-wollen. Sprechend positioniert man sich vor anderen, versucht sie zu beherrschen. Oder man unterwirft sich im Sprechen den anderen.
Die Arroganz des Sprechens besteht in der Überzeugtheit von sich, die sich nicht auf den Anderen einlässt, auf sein Phantasma, sein Begehren.

"In der Sprache verschmelzen also unvermeidlich Unterwerfung und Macht."
Sprache und Sprechen ist eine Gewalt, der ich den Anderen und mich unterwerfe; Sprache "ist ganz einfach faschistisch; denn Faschismus heißt nicht am Sagen hindern, er heißt zum Sagen zwingen."
Roland Barthes, Leçon/Lektion, 19ff.

"Unter der Bezeichnung Arroganz versammle ich all die »(Sprech-)Akte«, die den Diskurs der Einschüchterung, Unterwerfung, Beherrschung, der hochmütigen Behauptung ausmachen: die sich einer Autorität, der Garantie einer dogmatischen Wahrheit, eines Anspruchs unterstellen, der das Begehren des anderen nicht denkt und für es unempfänglich ist."
Roland Barthes, Das Neutrum, 253