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aus der Nacht in die Nacht
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Unser Sein beginnt seine Reise im Dunkel des Mutterleibes. Durch die Geburt werden wir ins Licht geworfen, sind dazu verdammt, dieses Leben zu bewältigen. Erst der Tod zieht uns wieder in die vertraute Schwärze. Ist das Ende des Lebens eine Rückkehr?
"Der Mutterleib ist die Fähre des Charon, unterwegs in entgegengesetzter Richtung. Zehn Monate dauert es, bis der Tote ans diesseitige Ufer übergesetzt ist. Während dieser Zeit durchläuft er die Stadien der jüngeren Schöpfungsgeschichte, vom thalassalen Keimling über den blinden, reptilartigen Fötus bis zum voll entwickelten Menschen mit dem unbekannten Bewußtsein. Kaum sind die Herztöne hörbar, wird der Ruderschlag schneller: das Reich der Lebenden zieht den Embryo an. Schließlich wird es ihm zu eng an Bord, er spuckt die Münze aus und springt an Land. Statt des hundsköpfigen Kerberos erwarten ihn freundliche Hebammen, statt der Todesengel mit den gesenkten Fackeln ein Elternpaar. Die Vulva ist das Portal, durch das er den Hades verläßt und hinaustritt ins irdische Licht, auf die befristete Lichtung der Tage. Die Nachgeburt ist der Honigkuchen, mit dem die zurückbleibenden Hüter der Unterwelt bis zum Wiedersehen beschwichtigt werden. Nur der Nabel mit seinem nekrotischen Ende erinnert noch an die Schwärze der vergangenen Nacht. Doch schon ist die Rückfahrkarte gelöst."
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